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| Samstag, 02.09.2006
Aufgrund der erhöhten Sicherheitslage am Flughafen wurde uns gestern von Aer Lingus ein Check-In von 3 1/2 bis 3 Stunden vor Abflug empfohlen. Um viertel vor 4, also 3 Stunden und 10 Minuten vor Abflug standen wir am elektronischen Terminal. Nichts ging. Wir warteten also geduldig. Um 4:50 Uhr gingen dann endlich die Monitore der Terminals an und wir konnten unsere Nummer und die Anzahl unserer Gepäckstücke eingeben. Mittlerweile waren aber auch die anderen Passagiere da und gaben einer nach dem anderen ihre Nummer ein und druckten ihre Bordkarten aus. Dann ca. 15 Minuten später stand eine Schlange so lang wie das ganze Terminal vor dem einen "Fast Check In" Gepäck Band und nichts passierte.
Langsam machten sich ratlose Gesichter
breit und die ersten bissigen Bemerkungen wurden ausgesprochen. Um 5:35 Uhr kam ein Ehepaar mit 2 Koffern, gingen an den normalen Check-In, an dem sich ein Aer Lingus Mitarbeiter zu Tode langweilte, gaben ihre Koffer ab, bekamen ihre Bordkarten und waren 2 Minuten später eingecheckt. 2 Stunden nachdem ich aufgestanden war um möglichst "fast" eingecheckt zu werden. Besten Dank Aer Lingus, ich stehe gerne mitten in der Nacht unnötig auf. Erst danach fiel es den Damen und Herren der Kleeblatt Airline auf, dass die Schlange vor dem "Fast Check In" vielleicht ein bisschen lang ist und beinahe schon mürrisch wurde diese Schlange dann auf die anderen Schalter verteilt. Der anschließende Sicherheitscheck fiel gründlich, aber lang nicht so extrem aus wie wir es nach den Ereignissen der letzten Wochen befürchtet hatten. Ein vor uns wartender kanadischer Geschäftsmann erzählte uns ganz cool, dass er die ganze Aufregung gar nicht verstünde. In Dubai sei er schon mal mit einem Bowiemesser am Gürtel eingecheckt. Das hätte da keinen interessiert. Das wiederum fanden wir dann doch eher erschreckend. Unser Flieger hatte etwas Verspätung und nach dem Start erlebten wir den turbulentesten Flug aller Zeiten. Die Flugbegleiter hatten alle Hände voll zu tun sich immer wieder um verängstigte Passagiere zu kümmern und ihnen zu versichern, dass alles in Ordnung sei. Der eine oder andere Passagier verschwand auch schwankend auf die Bordtoilette um …na ja ersparen wir uns die Details. Gut durchgeschüttelt, hundemüde und dennoch bester Laune kamen wir endlich in Dublin an.
Wie es sich für Irland gehört regnete es gerade, aber das sollte sich schon bald, wie auch normal für Irland, wieder ändern. Schnell hatten wir unser Gepäck wieder und gingen an den Schalter von National und holten uns den Mietwagen, den wir über Irish Net gebucht hatten. Dank des Fast Track Services, der wirklich „fast“ war, hatten wir den Schlüssel nach ein paar Minuten in der Hand und machten uns durch den strömenden Regen auf den Weg zu unserem Auto. Dieses war schnell gefunden, auch wenn der schwarze Toyota Yaris nicht schwarz, wie auf dem Zettel von National, sondern dunkelgrün war. Wir wollten unsere Taschen in den Kofferraum packen, mussten aber feststellen, dass dieser gerade mal die Größe hatte um einen Aktenkoffer hineinzustellen. Also packten wir alles auf den Rücksitz und fuhren los. Schnell fanden wir die Zufahrt zur M50 und bogen von hier auf die N3 Richtung Navan / Cavan ab. Die ersten Kilometer immer knapp vor dem Herzinfarkt gewöhnte ich mich bald wieder daran links zu fahren und auch daran, dass die Iren im Affentempo auch da überholen wo man nichts sieht. Wir erreichten problemlos Belturbeet und sahen hier zum ersten mal die Wasser des Lough Erne, der hier aber eher an einen Fluss erinnert. Am Einkaufszentrum machten wir Halt zum Einkaufen. Schnell war der Wagen voll mit Guinness, Rushers, Baked Beans und anderen leckeren Sachen. Auch eine Lammkeule und eine Knolle Knoblauch nahmen wir mit. Nachdem wir noch nicht gefrühstückt hatten und uns wegen der Müdigkeit eine längere Pause sicherlich gut tun würde, gingen wir nebenan ins Cafe und genehmigten uns zwei Full Irish Breakfast. Das und eine Dose Redbull weckten erneut die Lebensgeister und so setzten wir die Reise fort. Etwa gegen zwei erreichten wir dann, ohne uns auch nur einmal verfahren zu haben, die Marina von Aghinver Boat Company. Die Wegbeschreibung die wir von Shannon Travel bekommen hatten war wirklich super gewesen. Mikey und Liz, die Besitzer von ABC begrüßten uns gleich freundlich und konnten sich an uns noch vom letzten Jahr erinnern. Luzie die Hündin war leider gerade nicht da und so gab es dann auch keinen Hundeknochen. Mikey brachte uns gleich auf unser Boot, drückte uns den Schlüssel in die Hand und verschwand wieder. Wir räumten gemütlich unsere Taschen aus und verstauten die Einkäufe. Dann warteten wir. Erst nach ca. einer halben Stunde wurde uns klar, dass sich das Thema Einweisung wohl damit erledigt hatte, dass wir letztes Jahr schon einmal da gewesen waren. Ich holte Mickey dann trotzdem noch einmal kurz an Bord und ließ mir einige der neuen Features der Inver Princess genauer erklären. Das Boot ist wirklich toll mit vielen nützlichen kleinen Zusatzausstattungen, wie z.B. das Bugstrahlruder und die 200 Watt Steckdosen in den Toiletten, an denen jetzt auch kleine Ladegeräte betrieben werden können. Wir haben ans Ende des Reiseberichts eine ausführlichere Bootsbeschreibung gesetzt. Bevor wir losfuhren lies ich mir dann noch die kritische Stelle am Castle Rock erklären und dann legten wir
ab mit dem Ziel Kesh. Die Müdigkeit war wie verflogen als uns der Wind um
die Ohren blies und das Boot sanft auf den Wellen schaukelte. An der
Ausfahrt von Cleenishgarve Island sahen wir dann die fünf roten Gummibälle
die die Gefahrenstelle markieren im Wasser schwimmen. Wir standen vor
einem Rätsel. Rechts genug Platz zum Vorbeifahren, links genug Platz zum
Vorbeifahren. Eigentlich ganz klar, sagt diese Markierung doch aus, dass
man in genügendem Abstand überall am Hindernis vorbeifahren kann. Wir drehten wieder ab in Richtung ABC und beschlossen doch lieber außen herum zu fahren. Die Markerreihe 59H2 bis 62M war unser Kurs und hier sahen wir dann auch, dass wir wahrscheinlich an beiden Seiten der Gummibälle hätten vorbeifahren können, wobei die rechte Seite auf jeden Fall die sicherere ist. Egal, die Fahrt außen herum war auch sehr schön gewesen. Der Wind hatte merklich aufgefrischt und wir wurden heftig hin und her geschaukelt, so dass wir schon Angst um unser Geschirr hatten, dass in den Schränken laut klapperte. Doch wir kamen ohne Verluste an die Einfahrt des Kesh Rivers und genossen von da an den wunderschönen Streckenabschnitt mit seinen engen Kurven und grünen Uferböschungen die malerisch an uns vorüber zogen.
Etwas wunderten wir uns über die Länge des Flusses, da es in der Karte so aussah als wäre es nur ein ganz kurzes Stück. Tatsächlich waren wir aber eine ganze Zeit unterwegs bis wir in Kesh anlegten. Als wären wir gestern das letzte mal Boot gefahren lag die Princess binnen Sekunden am Anleger festgeknotet. Wir kochten noch ein schnelles Abendessen und gingen dann um kurz nach acht ins Bett, da nun die Müdigkeit wie eine schwarze, schwere Decke über uns fiel und nicht mehr zu bezwingen war. |
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