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| Freitag, 08.09.2006
Langsam hieß es Abschied nehmen, doch nach unserer Planung hatten wir kaum noch was zu fahren und so ließen wir es ruhig angehen.
Um zehn standen wir gemütlich auf, bereiteten ein Full Irish Breakfast zu und fuhren so gegen 11 los. Die Sonne brannte und der See lag wie ein Spiegel vor uns. Als Zwischenziel hatten wir Inishmacsaint vor Augen, aber bei dem Wetter planten wir kurzerhand um. Der Broad Lough lockte. Diesmal würden wir
ihn bezwingen und wenigstens noch nach Lusty Beg fahren und auf Boa Island
die Janus Köpfe anschauen. Zielstrebig steuerten wir also den White Cairn
auf Lusty More an, der uns als perfekte Orientierung diente. Diese
riesigen Steinzylinder sind gerade auf den Seen eine hervorragende
Orientierungshilfe. Schade, dass es so etwas nicht auch auf den Shannon
Seen gibt. Der Anleger ist ein wenig problematisch, da die einzigen Poller aus ein paar Holzstümpfen bestehen, die zu weit auseinander liegen um ein großes Boot festzumachen. Ich führte die Heckleine einfach um eine Planke des Stegs herum zurück aufs Boot und knotete sie da fest. Im Hotel erkundigten wir uns nach der Fähre. Wir hätten sie aber auch so gefunden da man nur durch die Hotelanlage durchlaufen muss. Die Fähre ist kostenlos, aber wir gaben dem Fährmann ein Pfund Trinkgeld.
Nach der Fährstation mussten wir den Weg
zur Straße hoch laufen und dann nach links abbiegen. Am Grünstreifen
entlang ging es etwa 4,5 km durch ein kaum sehenswertes Gelände. Ein paar
mal kann man einen Blick auf die Wasser hinter Boa Island erhaschen.
Ansonsten gibt es nur Viehweiden. Der Weg
zieht sich ewig und ständig donnern die Autos und LKWs an einem vorbei.
Wie so oft in Irland findet man auf dem kleinen Friedhof Gräber aus vielen Jahrhunderten bis hinein in die heutige Zeit. Die zwei Janusköpfe aus wahrscheinlich keltischer Zeit stehen mittendrin. Überall um die Köpfe herum liegen Münzen, die Besucher hier gelassen haben. Auch wir wollten dies tun und fanden, dass es sich anbot hier die drei Euro für die Schleusenkarte nun für den Mann an der „letzten“ Schleuse zu hinterlassen.
Danach ging es auf den Rückweg und diesmal versuchten wir es per Anhalter. Schnell hielt auch ein Kleinwagen und wir quetschten uns zwischen Babyfläschchen, Schuhen und Werbeprospekten der letzten 3 Monate auf den Rücksitz. Juhu, endlich muss ich kein schlechtes Gewissen mehr haben wenn ich mir das Chaos in meinem eigenen Auto anschaue. Wofür wir vorher eine Stunde gebraucht hatten schafften wir jetzt in ein paar Minuten. Als wir zurück in die Bucht kamen war das hoteleigene Bespaßungsteam schwer in Action. Mit einem großen Schlauchboot und zwei Jetskis wurden die Kids durch die Gegend gefahren und schienen mächtig Spaß dabei zu haben. Noch immer schien sich keiner für uns zu interessieren. Ich denke also, dass es okay ist wenn man an dem Hotel anlegt. Wir legten ab um nun endgültig unser letztes Stück für diesen Urlaub zu fahren. Die angepeilte Richtung war 62M und von da ging es zu ABC. Bei einem echten Traumwetter überquerten wir die letzten Kilometer des Sees.
Hier war schon schwer was los. Eine Menge Boote waren zurückgekommen und überall wurde getankt oder schon geschrubbt. Auch wir wurden betankt und waren erstaunt über den geringen Spritverbrauch, hatten wir doch eine recht große Strecke zurückgelegt. Die Rechnung lag zum Schluss bei ca. 60 Pfund. Wir hatten mit weit mehr gerechnet. Endlich bekam auch Luzie ihren Knochen, den wir schon bei der Anreise in Belturbeet gekauft hatten, und sie war so stolz darauf, dass sie damit von Boot zu Boot lief und von Person zu Person um ihn überall zu zeigen. Ich fuhr das Boot zurück in den Hafen wo wir dann auch Norbert und René trafen.
Wir unterhielten uns recht nett, dann begann das übliche Bootputzen und Zusammenpacken. Später zeigte ich Norbert und René noch das Eireskipper Buch im Schuppen von ABC in das die beiden sich, soweit ich weiß, dann auch eingetragen haben. Gegen halb sieben machten wir noch einige tolle Bilder vom Sonnenuntergang an der Marina.
Um kurz nach sieben verschwand ich in die Heckkabine um noch zwei Stunden zu schlafen, aber es war mehr ein Rumdösen, so das ich gegen halb neun wieder aufstand. Wir nahmen noch einen kleinen Imbiss, dann packten wir die restlichen Sachen zusammen und brachten die Taschen zum Mietwagen. René sahen wir leider nicht mehr, aber von Norbert und seiner Crew verabschiedeten wir uns noch. Dann ging es auch schon los mit dem Mietwagen Richtung Dublin. Doch oh Schreck, der Tank war ja leer. Das hatten wir in der Aufregung der Anreise und der Bootsübernahme völlig vergessen. Ich fuhr an eine Tankstelle die erleuchtet aussah, aber schnell stellten wir fest, dass diese geschlossen hatte. Schon fürchteten wir auf der Strecke nach Enniskillen irgendwo stehen zu bleiben, als der Koch aus der angrenzenden Kneipe kam und fragte ob wir tanken wollten. Als wir das bejaten verschwand er und kam kurz danach mit einer Frau wieder die extra für uns die Tankstelle öffnete. No problem. Das Fahren klappte auch bei Nacht überraschend gut und wir kamen schnell voran. In Dublin angekommen war der Abgabeparkplatz schnell gefunden und der Mietwagen geparkt. Wir suchten uns wieder eine ruhige Ecke in einem bereits geschlossen Restaurant (diesmal bei Mc Donald), breiteten die Isomatten aus und schliefen noch etwas bevor es zum einchecken gehen sollte. |
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