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Donnerstag, 07.09.2006

Heute begann der eigentliche Rückweg und wie immer am vorletzten Tag wollte sich Melancholie einschleichen, doch das ließen wir erst gar nicht zu. Bevor wir ablegten ging es noch einmal zum Einkaufen, denn es sollte frischen Fisch geben. Drei Geschäfte mussten wir abklappern bevor wir endlich vier Makrelenfilets erstanden.

Zum Supermarkt auf der anderen Flussseite führt jetzt eine neue Fußgängerbrücke, so dass man nun nicht mehr unter Lebensgefahr einkaufen gehen muss. Auf dem Rückweg trafen wir die Düsseldorfer aus Castle Archdale wieder und es gab ein großes Hallo. Dann schnell zurück aufs Boot und los. Leider hatten wir wieder ein großes Schiff von Locaboat vor uns das die ganze Schleuse brauchte. Deshalb machten wir gleich noch mal eine längere Pause an der Schleuse und ließen das andere Boot ziehen. Es gab Sandwichs und Kaffee.

Kurz nach Aghalane, dem unattraktivsten Anleger Irlands, hatten wir die Penichette plötzlich wieder vor uns. Wer jetzt glaubt wir seien durch den Kanal gebrettert irrt. Wir sind schön langsam gefahren. Keine Ahnung warum die Penichette plötzlich wieder vor uns war. In Crom schwenkte sie ab zum Anleger und wir setzten die Fahrt alleine fort.

Weiter ging es bis Inis Rath, dem Zentrum der Hare Krishna. Gerade als wir ankamen, kletterte eine junge Frau in indischen Gewändern in ein Boot. Sie grüßte kurz und ruderte dann zum anderen Seeufer. Die Szene wirkte sehr malerisch. An Land ging es am Bootshaus vorbei auf den Rundweg. Von dort aus wanderten wir entlang der schillernden Götterbildern die immer wie eine Mischung aus Märchenwald und Kreuzweg wirken.


Götterbilder auf Inis Rath

Inis Rath empfing uns wieder mit sehr viel Frieden und ausgeglichener Ruhe. Es ist ein Ort an dem sich Kraft schöpfen lässt ganz gleich ob man die Ideologien der Krishnas nun teilt oder nicht. Wer sich auf den spirituellen Geist der Insel einlässt wird sie um eine tiefe Erfahrung reicher wieder verlassen.
Erneut trugen wir uns in Gästebuch ein und besichtigten im Anschluss den Tempel.
Ende September findet auf der Insel ein Tag der offenen Tür statt mit vielen Infoveranstaltungen.

Dann ging unsere Fahrt weiter. Auf einen Besuch von Naan Island verzichteten wir. Wir hatten geplant gehabt die alten Häuser zu suchen, aber nachdem es auf Inis Rath schon recht morastig gewesen war wollten wir auf ein Schlammbad lieber verzichten.

Stattdessen setzten wir unseren Weg zwischen den Inseln fort und fuhren unter dem Viadukt hindurch wieder in den flussartigen Bereich. Am Corrigans Shore machten wir noch einmal Rast. Corrigan, der irische Kobold lies sich zwar nicht blicken, aber dafür saßen Hunderte von Raben in den Bäumen und machten einen ohrenbetäubenden Lärm. Ein Schwanenpaar kam auch noch und bekam ein paar Scheiben Brot. Wir ließen den Kobold Kobold sein und fuhren weiter nach Enniskillen wo am Killherlim Hotel gerade ein Hochzeitspaar per Boot genau an den roten Teppich gefahren wurde.


Per Boot zur Hochzeit

Das große Broom Boot legte gleich wieder ab und fuhr eine Weile mit uns mit um dann an einem der Privatstege an den Häusern kurz vor Enniskillen anzulegen. Wir hingegen fuhren weiter nach Devenish West und legten für die Nacht an. Endlich kam das Stativ zum Einsatz und ich machte eine 360 Grad Panoramaaufnahme (leider nix geworden) Überall auf der Anlage sind jetzt Infotafeln zu den einzelnen Bauwerken aufgestellt so dass man nicht mehr auf die Öffnungszeiten des Visitorcenters angewiesen ist.


Klosterruinen auf Devenish Island

Wir machten ein paar Fotos und gingen zurück zum Boot. Dort brutzelten bald schon die Makrelen und Bratkartoffeln in der Pfanne. Im nächtlichen Vollmond machten wir einen Spaziergang durch die alten Gemäuer die nun im diffusen Licht einen mystisch-gespenstischen Charme versprühten.

Geisterhaft schillerte der Spiegel des Sees. Man konnte sich gut vorstellen wie die Mönche in dieser natürlichen Umgebung und Abgeschiedenheit ihren tiefen Glauben entwickeln und pflegen konnten und beinahe glaubte man sie in ihren Mönchskutten durch die alten Gänge streifen zu sehen.

 

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