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Wir legten ab und fuhren wieder zurück zur Schleuse. Oberhalb von Enniskillen sollte heute am Flughafen eine Flugshow stattfinden die man vom Wasser aus sehen konnte. Diesen „Geheimtipp“ hatten wir noch bei Aghinver mit auf den Weg bekommen. Schon von weiten sahen wir die ersten Kampfjets über den See donnern und noch ein Stück weiter ließen wir das Boot treiben und genossen die waghalsigen Flugmanöver der Piloten, die ihre Loopings, Schrauben und Kampfsimulationen direkt über dem See absolvierten.
Es war ein echter Logenplatz den wir hier hatten und wahrscheinlich konnten wir die Show besser sehen als die Gäste auf dem Flughafen, die dafür Eintritt bezahlt hatten. Entsprechend war allerdings nicht nur in der Luft, sondern auch auf dem See die Hölle los. Dutzende von Miet- und Privatbooten ließen sich das Spektakel nicht entgehen und entsprechend groß war am Ende der Stau vor der Schleuse in Enniskillen, denn obwohl beide Tore offen standen konnte man nur sehr langsam durchfahren. Wir ließen Enniskillen links und rechts liegen und fuhren weiter nach Carrybridge wo wir für die Nacht anlegten und Wasser nachtankten.
Montag, 16.05. Landschaftlich ist es ein wunderschöner Erne Abschnitt. Schmale kanalähnliche Teilstücke wechseln sich ab mit weiten Seenflächen die so gut markiert sind, dass man auch diese völlig entspannt überqueren kann. Dennoch sollte man immer sehr genau die Karte im Auge behalten da es am Erne viele flache Stellen gibt und man auflaufen kann wenn man unachtsam ist. Als wir Knockkinny erreichten blies dieser so heftig, dass es uns beim Anlegen sehr schnell an den Außensteg drückte. Nun lagen wir quer zu den Wellen und das Boot schaukelte sehr stark. Ich entschloss mich nochmals wegzufahren und längs gegen die Wellen anzulegen doch der Wind drückte mich trotz Vollgas immer wieder gegen den Steg. Alleine konnten wir hier nicht mehr ohne Gefahr wegkommen.
Einer der Fender kam dabei unter den Steg und wurde abgerissen, aber die andere Crew fischte ihn für uns aus dem Wasser und halfen uns dann auch nochmals beim Anlegen. Endlich sicher angelegt stellten wir fest, dass die Carrick Craft Basis, die in der Karte verzeichnet war, nicht mehr hier war. Jetzt fiel mir auch ein, dass ich über deren Umzug im Forum gelesen hatte. Wir knoteten den Fender wieder ans Boot und machten uns auf den Ort zu erobern, den wir aber auch nicht fanden.
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Stattdessen stießen wir allerdings auf eine stillgelegte Schule aus dem Jahr 1885 und einen sehr urigen Tante-Emma-Laden mit Kassenbuch anstatt Registrierkasse und eigenem Gästebuch für die Bootstouristen. Auch der Laden wirkte eher wie 1885. Wir fanden es klasse auch wenn nicht einmal Stephi die alte Frau hinterm Tresen verstand. Irgendeine Mischung aus gälisch und englisch vielleicht?
Als wir zurück zum Boot kamen war die andere Crew verschwunden und auch wir wollten wieder los. Beim Ablegen hätten wir beinahe noch den Motor des Dinghys abgerissen, dass vom Wind unter den Steg geweht wurde. Ich beschloss Knockkinny für die Zukunft aus der Liste möglicher Ziele zu streichen. Weiter ging es nach Chrom und langsam wurde auch das Wetter wieder besser. Der Wind vertrieb die Wolken und die Sonne den Wind so dass wir bald schon wieder im T-Shirt an Deck sitzen konnten.
In Chrom lagen bereits zwei Boote und auf einem entdeckten wir eine Piratenflagge. Nachdem auch noch zwei Kinder in der Nähe waren konnte es eigentlich nur das Boot von Chris und Thomas aus dem Forum sein. Schnell kam man ins Gespräch und wir plauderten eine Weile. Dann ging es zur Ruine wo uns das Schild „Chrom Castle in Ruins“ sehr amüsierte. Es war wirklich nicht zu übersehen, dass es sich um eine Ruine handelte.
Die Kinder waren begeistert vom Klettern auf den alten Mauern und auf zwei in der Nähe stehenden Bäumen deren Äste so verschlungen waren, dass sie ein riesiges Klettergerüst bildeten. Sie wirkten wie Bäume aus einem Märchen.
Überall zwischen den Ästen hatten sich Nischen und kleine Höhlen gebildet und in einer fand Lukas eine Fototasche. Von da an war er irgendwie überzeugt, dass er auch noch die dazugehörige Kamera finden musste. Das klappte dann doch nicht so ganz. Wie in jedem irischen Hafen so gab es auch in Chrom einen Hafenhund. Die hiesige Ausstattung war von der etwas kleineren Sorte.
Stephi und ich kochten in der zwischenzeit Lachs, Makrelen, Zitronensauce und Kartoffeln. |