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Samstag, 14.05.

Das Reisefieber warf mich schon um fünf aus dem Bett und ich nutzte die Gelegenheit nochmal in Ruhe das Wetter für Irland auf wetter.com zu checken und ein letztes mal die Ausrüstung zu überprüfen.
Um sechs kroch dann auch der Rest der Familie aus den Betten und nach kurzem Frühstück packten wir das Gepäck ins Auto und los ging es zum Bahnhof. 

Pünktlich ging unser Zug nach Stuttgart wo wir in die S-Bahn zum Flughafen stiegen. Stephi und ich hatten schon ein ganz schönes Geschleppe mit den vielen Koffern und Taschen, aber die Kinder halfen fleissig mit und schon bald standen wir in der Schlange am einzigen Schalter von HLX. Da an diesem Schalter alle HLX Flüge eincheckten ging die Warteschlange spiralförmig durchs halbe Terminal und die Wartezeit wurde entsprechend lange. 

Dennoch waren wir irgendwann unser Gepäck los.
Plötzlich tauchte direkt vor meinen Augen eine Dose Guinness auf. Marc (Garfield aus dem Forum) hatte uns entdeckt und wie versprochen stießen wir darauf erst einmal an.

Für die Kinder eine besondere Attraktion war dann der Besuch der Aussichtsterrasse vom Flughafen, auf der man die startenden und landenden Maschinen beobachten konnte. Viel Zeit hatten wir hier jedoch nicht denn durch die lange Wartezeit bei HLX hieß es schon bald Aufbruch zum Boarding.

Die Personenkontrolle am Zoll fiel auch sehr streng aus und beinahe befürchtete ich schon, dass es eng werden würde mit unserem pünktlichen Abflug. Unser Flieger hob jedoch laut Flugplan ab und nach 2 Stunden landeten wir etwas schauklig auf dem Flughafen Dublin wo uns blauer Himmel und strahlender Sonnenschein empfing.

Schnell hatten wir unseren Busdriver gefunden, der auch sofort einen wahren Spurt durch die Wartehalle hinlegte, so dass wir beinahe nicht mit unserem Koffertrolli hinterher kamen. Offensichtlich hatte er es sehr eilig.
Die Straße von Dublin bis Enniskillen ist eine gut ausgebaute Bundesstraße und wir kamen schnell und bequem voran. Um kurz nach vier kamen wir bei Aghinver Boat Company an.

Eine Marina gibt es im Grunde nicht. Es gibt ein Büro, einen Lagerschuppen und die Boote, aber gerade das macht den Reiz dieses Vermieters aus. 
Die familiäre Atmosphäre und das freundliche Auftreten von Liz und Mickey, dem Besitzerehepaar, geben einem sofort das Gefühl willkommen zu sein. Man wird aufgenommen als wäre man ein alter Stammgast.

Während die Kinder mit Hündin Luzie spielten erledigten wir den Papierkram und die Einweisung. Dank Stephies Englisch war das alles „no problem“. Eine Kaution wurde nicht verlangt, lediglich notierte sich Liz meine Kreditkartennummer. Mickey fragte uns nach unseren Bootserfahrungen und nachdem wir ihm gesagt hatten, dass wir zum vierten mal mit dem Boot unterwegs sind beschränkte sich die Einweisung auf ein paar kurze bootsspezifische Kleinigkeiten. Wir vergaßen leider ihm zu sagen, dass wir in den Urlauben vorher kein Dinghy mit Motor hatten. Doch mehr dazu später.

Schnell verstauten wir unser Gepäck an Bord, brachten die Koffer in die Lagerhalle und packten die vorbestellten Lebensmittel in den Kühlschrank. 

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Dann legten wir auch schon ab und steuerten an „White Island“ vorbei Richtung „Manor House Marina“. Durch die Nummerierung auf jedem Marker ist die Navigation wirklich easy. Vorbei an kleinen Inseln und Buchten fuhren wir bei Frühlingstemperaturen über den See und genossen jeden Meter der einsamen Fahrt. Andere Boote bekamen wir nämlich keine zu sehen.

An der Marina von Manor House angelangt fuhren wir ins Hafenbecken, das jedoch komplett belegt war. Wir fanden dann aber einen wunderschönen Liegeplatz direkt gegenüber am Jetty von Hare Island. Dort machten wir als einziges Boot fest und Stephi kochte bei malerischem Sonnenuntergang für uns Eggs und Rushers. 

Der Reisetag war anstrengend gewesen und so verschwanden wir schon bald in unsere Betten in denen wir wie auf Wolken schliefen.

 

Sonntag, 15.05.

Wir wachten gegen 7:00 Uhr auf. Der Morgen begrüßte uns mit wunderschönem, blauem Himmel und das Wetter wurde später so warm, dass ich am Ende des Tages einen Sonnenbrand hatte. 

Nach dem Frühstück legten wir gegen neun Uhr ab Richtung Enniskillen. Auch die Kinder durften, natürlich unter Aufsicht, mal ein Stück das Boot steuern und hatten viel Spaß daran. Der Erne wird hier schmaler und erreicht beinahe Flussbreite.

Vor Enniskillen kommt die einzige „echte“ Erne Schleuse die jedoch meistens nicht in Betrieb ist, weil der Wasserstand am Upper und Lower Lough Erne nur in extremen Wettersituationen voneinander abweicht. Umso überaschter waren wir als eines der Tore an der Schleuse halb geschlossen war und uns so den Weg versperrte.

Da kein Schleusenwärter zu sehen war rief Stephi unseren Bootsvermieter an. Mickey schien selbst etwas ratlos zu sein, wollte aber gleich mal telefonieren. Er war sich allerdings auch nicht sicher ob er am Pfingstsonntag jemanden erreichen würde.

Inzwischen war ein kleines Privatboot angekommen und dessen Fahrer meinte, er könnte uns am Tor vorbeiziehen – das würde schon passen.
Ich schaute mir die Durchfahrt genauer an und war mir ziemlich sicher, dass es auf keinen Fall passen konnte.

Noch während wir mit dem Iren quatschten kam ein kleines Ausflugsboot angefahren. Dessen Kapitän war zuerst auch etwas ratlos, ging dann aber sehr beherzt an die Sache heran. Er packte sich seinen Bootshaken und zerrte so lange an dem schweren Eisentor bis dieses nachgab und sich öffnen lies. 
Nun endlich konnte unsere Fahrt weitergehen. 

In Enniskillen steuerten wir den Anleger des Shopping Centers an, dass leider heute erst um 13:00 Uhr öffnete. So gingen wir dann mit den Kindern erst mal richtig schottisch essen – ab zu Mc Donald.
Pünktlich um eins stürmten wir das Einkaufszentrum und kamen mit vollbepacktem Wagen wieder heraus. Direkt ging es mit dem Einkaufswagen bis zum Boot.

Ich kann jedem nur empfehlen sich hier für einige Tage mit Lebensmitteln einzudecken da am Erne Ortschaften und Geschäfte sehr spärlich zu finden sind.

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