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Samstag, 31.Mai

Unsere Bed&Breakfast-Wirtin servierte uns ein ausgiebiges, echt irisches Frühstück – mit Pork Sausages, Black Pudding und Eiern. Zum allseitigen Erstaunen war es Lukas, der den Black Pudding liebte und gar nicht genug davon bekommen konnte…

Gegen 10 Uhr verabschiedeten wir uns von Mrs. Eileen C…. – Marie mit einem Bild, das sie für sie gemalt hatte – und machten uns auf dem Weg nach Banagher, wo wir am Nachmittag unser Boot bei Silverline in Empfang nehmen konnten. Doch zuerst machten wir noch einen Zwischenstopp bei Tesco, wo wir einen Adapter für irische Steckdosen kauften und Marie nur mit Müh und Not davon "überzeugen" konnten, dass sie keinen weiteren Haarschmuck in rosa und auch keine rosa Mütze für 30 € braucht…

Dann ging es zuerst Richtung Limerick. Die Straße wechselte munter von vierspuriger Bundesstraße bis zum Feldweg – wobei die Straßenbezeichnung dieselbe blieb – wir machten zweimal Rast, und nach 4 Stunden Fahrt kamen wir schließlich zu einer Straßensperre wegen eines Volksfestes. Doch der freundliche irische Polizist dort erklärte uns den Weg und hielt danach den gesamten Verkehr an, damit wir mitten auf der Straße drehen konnten.

Endlich bei Silverline angekommen, erschraken wir erst einmal angesichts der beträchtlichen Ausmaße unseres Bootes! Nachdem wir den Papierkram erledigt hatten und unser Gepäck verstaut, bekamen wir unsere Einweisung, die recht kurz ausfiel, nachdem wir erklärt hatten, dass wir  letztes Jahr schon einmal auf dem Shannon unterwegs waren. Das kurze Fahr- und Anlegemanöver unter Aufsicht des Instructors klappte denn auch problemlos – zu unserem Erstaunen ließ sich dieser "riesige Pott" sehr einfach manövrieren.

Danach gingen wir zum Einkaufen. Da es vor dem Supermarkt in Banagher ohnehin so gut wie keine Parkplätze gab und unser Mietwagen nicht gerade ein wendiger Kleinwagen war, beschlossen wir, die Schlepperei auf uns zu nehmen und gingen zu Fuß. Ruckzuck war der Einkaufswagen gefüllt, denn für uns vier brauchten wir doch eine ganze Menge. Es graute uns schon etwas davor, all diese Dinge nun in Rucksack, Tüten und Taschen zu verstauen und zum Boot zu schleppen. Doch wir erlebten eine angenehme Überraschung – An der Kasse erfuhren wir, dass wir uns die Sachen kostenlos und recht schnell aufs Boot liefern lassen konnten. Dieses Angebot nahmen wir nur zu gern an!

Als wir zurück auf dem Boot waren und auf unsere Einkäufe warteten, klagte Marie plötzlich über sehr starke Bauchschmerzen und war kaum noch zu beruhigen. Offensichtlich litt sie unter Verstopfung. Also rannten Chris und Lukas noch einmal los (der Ladenschluss nahte) und besorgten noch Kamillentee und Dörrpflaumen, die dann auch glücklicherweise bald ihre Wirkung taten.

Am späten Abend gab es dann Spaghetti Bolognese, Lukas' Lieblingsessen, für Marie eine Tomatensuppe und für Chris endlich das erste heißersehnte Guinness auf irischem Boden…

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Sonntag, 1.Juni 

Nach einer etwas unruhigen Nacht – das Boot war nicht richtig vertaut gewesen – erlebten wir eine kleine unangenehme Überraschung. Die Dachluke im "Kinderzimmer" war undicht, und so hatte Lukas eine kleine Pfütze im Bett. Nachdem das Büro von Silverline Sonntags erst um 10 Uhr öffnet, frühstückten wir erst einmal gemütlich. 

Als Chris um 10 zum Büro ging, stand er vor verschlossenen Türen. Ein ebenfalls wartender Ire meinte bezüglich der Öffnungszeiten grinsend: "That's an Irish ten o'clock!" Nach einigen Minuten kam dann aber doch jemand und versicherte uns, gleich jemanden vorbeizuschicken. Und tatsächlich ließ der Mechaniker nicht lang auf sich warten und behob den Schaden rasch.

Während des gesamten Morgens hatte das Wetter zwischen Regen und starker Bewölkung gewechselt – so blieb es auch, als wir nun endlich losfuhren. Bald wechselte Chris vom Außen- zum Innensteuerstand – wo sich der Scheibenwischer recht bald verabschiedete… Also riefen wir Silverline an, drehten um und legten schon bald wieder in Banagher zur Reparatur an.

Mit einem bilderbuchmäßigem römisch-katholischen Anlegen entschädigten wir uns selbst für die Panne, und der Mechaniker stand auch schon bereit für die zweite Reparatur des Tages.

Da wir ja in den Süden wollten und die Brücke in Portumna Sonntags nicht allzu häufig geöffnet hat, machten wir nun noch eine Pause in Banagher und fuhren erst gegen 15 Uhr los – um 17.30 Uhr öffnete die Brücke, also blieb uns mehr als genügend Zeit für die Fahrt dorthin.

Der Himmel erstrahlte mittlerweile in sattem Blau, und so genossen wir die Fahrt in vollen Zügen.

In diesem Jahr hatten wir allgemein das Gefühl, mit dem Boot sehr gut zurechtzukommen. Auch das erste Schleusen in Meelick klappte völlig problemlos.

Vor der Brücke in Portumna, die wir etwas zu früh erreichten, versuchten wir mal wieder zu ankern – und mal wieder klappte es nicht so wirklich. Der Anker wollte nicht richtig greifen und beim Versuch, ihn wieder zurückzuholen, gab es etwas Chaos.

Doch dann fuhren wir durch die Brücke und waren endlich auf dem See!

Die Navigation auf dem See war allerdings doch recht ungewohnt, so dass wir uns erst einmal an die anderen Boote hängten, die Richtung Terryglass fuhren.

Dort waren leider alle Anleger bereits belegt. Aber wir wollten dennoch hier bleiben und legten in zweiter Reihe an einem anderen Boot an. 

In einem urgemütlichen Pub gab es Curry für Stephanie, Irish Stew für Chris, Fischstäbchen für Marie und einen Hamburger für Lukas zum Abendessen. Ein gemütlicher Abend an Bord mit einem herrlichen Sonnenuntergang beschloss diesen Sonntag…

 

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