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Nach
der Einweisung wollten natürlich alle auf einmal ihre Boote haben; wir
hatten keine Lust, in dem Chaos um eine möglichst schnelle Bootsübergabe
zu “kämpfen”, sondern versuchten selbst die irische Mentalität
anzunehmen, also voller Ruhe und Gelassenheit zu sein. Wir erklärten
der freundlichen Frau an der Rezeption, wir gingen jetzt erst mal ein Stündchen
spazieren... Wir
schlenderten durch Athlone, freuten uns an den bunten Fassaden der Pubs
und Geschäfte, den liebevoll gestalteten Vorgärten der kleinen Reihenhäuser
und kehrten etwa eine Stunde später zur Marina zurück, wo die Frau uns
sofort versicherte, wir bekämen unser Boot jetzt gleich. Sie war
offensichtlich von Stephanies Englischkenntnissen beeindruckt und fand
uns wohl auch sympathisch; jedenfalls erklärte sie uns im Vertrauen,
sie hätte uns ein ganz besonders schönes Boot rausgesucht. Und das
stimmte auch – wir bekamen keine „Sinead“, sondern die einzige „Emer“,
die wir im Hafen gesehen hatten. Statt des gebuchten 2-Personen-Bootes
also eines für 6 Personen, das 1999 komplett renoviert und neu
eingerichtet worden war. Wir fanden unser Boot sehr gemütlich und
ansprechend. Da alles funktionierte, war es für uns dann auch nicht so
schlimm, sondern eher amüsant, wenn wir beim Vollgasfahren (was ohnehin
nur selten vorkam) das Gefühl hatten, gleich würde das Boot sich in
seine Einzelteile auflösen. |
Doch zunächst bekamen
wir die Einweisung von einem Instructor, einem jungen Mann, der das
verblüffende Talent hatte, Kommunikation ohne Worte zu betreiben. Begrüßung
durch ein Nicken, dann startete er das Boot, fuhr aus dem Hafen heraus,
und irgendwann drückte er das Steuerrad einfach Chris in die Hand. Ein
gelegentliches „okay“ war das einzige Wort, das wir von ihm zu hören
bekamen. Er fuhr dann zur marinaeigenen Tankstelle und tankte das Boot
dort auf. Das scheinbar so problemlose Anlegen am Tankstellensteg sollte
uns am nächsten Tag noch zum Verhängnis werden ... Nachdem wir wieder an
die Anlegestelle zurückgekehrt waren und der Instructor sich wieder
durch ein wortloses Nicken verabschiedet hatte, beschlossen wir,
einkaufen zu gehen und den Abend in Athlone zu verbringen und erst am
Sonntagmorgen wirklich loszufahren. Vor einem Pub
studierten wir die Speisekarte, die sehr verlockend klang – Erst, als
schon zwei Pints Guinness vor uns standen, erfuhren wir, dass es das
Essen dort nur bis Nachmittags um 4 gab... Wir fanden dann aber ein sehr
nobles Bistro, das noch einen Tisch für uns frei hatte und wo wir echt
irischen Salmon (Lachs) auf Gemüse-Kartoffelpüree aßen, was eine
ungewohnte, aber leckere Kombination war. Mittlerweile war es
schon recht spät geworden, und so gingen wir bald zum Boot zurück, wo
wir unseren Essplatz in ein breites und bequemes Doppelbett verwandelten
und sehr gut schlafen konnten ...
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25.8.
Sonntag – Fahrt nach Clonmacnoise Am
Sonntag erwachten wir voller Tatendrang. Nach einem Kaffee brannten wir
darauf loszukommen. In Athlone kommt sehr bald nach der Marina die erste
Schleuse – Wir beschlossen, vorher noch ein Stück in Richtung Norden
zu fahren, um erst einmal das Boot kennenzulernen, denn allzu viel
Sicherheit hatte die wortkarge Einweisung uns am Abend zuvor ja nicht
vermitteln können. Dann wendeten wir, fuhren in Richtung Schleuse –
und kurz bevor wir dort ankamen, verließ uns der Mut, und der Leerlauf
war auch nicht zu finden. Also wieder umgedreht und in die andere
Richtung gefahren ... Schließlich
hatten wir eine geniale Idee: Wir könnten ja einfach am Tankstellensteg
das Anlegen noch einmal in Ruhe üben! Gesagt, getan – bzw. zumindest
versucht. Stephanie stand an Deck und überlegte, ob sie nun wirklich
mit Leine an Land springen sollte (bei der Geschwindigkeit??), Chris
merkte, dass er immer noch zuviel Tempo drauf hatte zum Anhalten – und
so beschlossen wir in letzter Sekunde, doch weiterzufahren. Dass
der Instructor am Tag zuvor beim Tanken RÜCKWÄRTS von der Tankstelle
wieder weggefahren war, hatten wir zwar bemerkt, uns aber weiter keine
Gedanken darüber gemacht. Erst,
als wir unmittelbar nach der Tankstelle auf Grund liefen, verstanden wir
seine Beweggründe ...
Wir
versuchten, uns mit Hilfe des Boothakens wegzudrücken, mit Rückwärtsgang
wegzukommen – kein Erfolg. |