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24.8. Samstag - Die
Hinreise Da wir schon am
Vorabend eingecheckt hatten, mussten wir am Samstag "erst" um
5 Uhr aufstehen. Kaffeekochen, die allerletzten Sachen packen ... Die
Zeit ging im Nu vorbei. Auch ein paar Brote als Proviant nahmen wir mit,
denn wir würden ja eine ganze Weile unterwegs sein – und auf der
stundenlangen Busfahrt könnten wir, so dachten wir ahnungslos, in Ruhe
etwas essen. Pünktlich
um halb sechs waren wir auf dem Weg nach Stuttgart, wo wir das Auto bei
Conny stehen lassen konnten und die uns auch schon so früh am
Samstagmorgen an den Flughafen brachte. Natürlich verfuhren wir uns,
aber dank Connys guten Ortskenntnissen und ihrem Handylotsendienst kamen
wir nicht in Zeitnot und konnten sogar noch bei ihr einen Kaffee
trinken. Am Flughafen mussten wir nur noch unsere Pässe und Tickets
vorzeigen und das Handgepäck durchleuchten lassen. Dabei gab es ganz
kurz Konfusion – in Stephanies Rucksack war etwas Seltsames. Zu flach
für die Kamera, zu lang fürs Handy ... es sah aus wie ein
Pistolenmagazin. Endlich kamen wir drauf: Es war der Zehnerpack
Batterien, den wir als Reserve für die Digicam dabei hatten! Pünktlich um 8.40 Uhr
hob unser Flieger ab. Unser Flug war traumhaft ruhig, und immer wieder
riss die Wolkendecke auf und gab den Blick frei auf Deutschland, schließlich
England – London konnte man recht gut erkennen – und dann Irland ...
Etwas früher als
geplant landeten wir nach knapp zwei Stunden in Irland – 9.30 Uhr
Ortszeit ... Shannon-Airport empfing
uns mit Gras direkt neben der Landebahn und Teppichböden im Inneren –
Er wirkte eher wie ein Sportflugplatz und nicht wie ein Flughafen, von
dem aus sogar eine Vielzahl von Überseeflügen angeboten werden.
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Unser Gepäck hatten wir sehr schnell wieder, eine Irin mit „Kreutzer“-Schild erwartete uns schon. Allerdings würde unser Bus-Transfer zum Bootsvermieter noch ein bisschen dauern, da wir noch auf eine andere Maschine warteten. Dies störte uns gar nicht – es war ja ohnehin noch sehr früh, und die Bootsübergabe sollte erst ab 16 Uhr stattfinden. Außerdem konnte Chris so endlich mal wieder eine rauchen . Eine halbe Stunde später
liefen wir dann wie vereinbart zum Kreutzer-Schalter, wo eine andere
Irin uns dann zum Bus brachte. Etwas erstaunlich fanden wir, dass die
Leute um uns herum irgendwie kaum wie Bootsurlauber wirkten – Viele
waren schon älter, eher elegant gekleidet, ... Als die Reiseleiterin
dann die Liste mit Namen vorlas, auf der wir nicht vorkamen und dann
verkündete: „Wir fahren jetzt sofort ins Hotel“, hatten wir gerade
noch Zeit, zu protestieren und nach vorne zu stürmen. Glücklicherweise fuhr
der richtige Bus erst eine Viertelstunde später los. Die Leute jetzt
sahen schon eher nach Bootsurlaubern aus, viele hatten Angelausrüstung
dabei. Unser Bus war schon recht alt und klapprig, aber wir würden uns
noch wundern, zu welchen Leistungen er fähig war! Es war ziemlich
ungewohnt, auf der „falschen“ Seite Gegenverkehr zu haben, doch das
war nicht das einzig Ungewohnte bei dieser Busfahrt ... Irlands Straßen
und Irlands Busfahrer – das ist eine wahrhaft brisante Verbindung, die
ein echtes Abenteuer garantiert! Nicht nur, dass die Straßen sehr
schmal sind – Sie bieten außerdem einen Reichtum an Schlaglöchern
der verschiedensten Größen, die sogar mittels verschiedener
Verkehrszeichen angezeigt werden. Dazu noch eine Vielzahl von größeren
und kleineren Kuppen und Hügeln – Und plötzlich erlebt man in der
Realität, was man bisher nur aus Filmen wie „Speed“ kannte: Der Bus
verliert für Momente den Bodenkontakt! Eigentlich hatten wir ja
gedacht, das Thema Fliegen für eine Woche hinter uns zu haben ...
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Diese Busfahrt
war nun auch nicht sonderlich geeignet, um sich auszuruhen, etwas zu
essen oder zu trinken, denn sie verlangte nicht nur dem Fahrer, der
allerdings völlig unbeeindruckt dahinraste, sondern auch den gewöhnlichen
Passagieren einiges ab. Schließlich galt es, eine sichere Sitzposition
zu finden, bei der es einem nicht vom Platz schleuderte. Zugleich aber
war es nicht ratsam, sich anzulehnen, denn dies würde der Rücken einem
bei der nächsten Schlaglochserie sicher übel nehmen... Also war die
geeignete Sitzhaltung ähnlich der beim Reiten – aufrecht sitzen, sich
gut festhalten und locker mitwippen.
Nach der ersten Überraschung und dem
ungläubig-amüsierten Staunen über das Stunttalent unseres Fahrers
wurde der Transfer dann aber doch eher anstrengend – vor allem für Rücken
und Magen. Dennoch kam beim Blick nach draußen
Urlaubsfreude auf: Wiesen im satten irischen Grün, Kühe und Schafe,
gelegentlich ein Stück vom Fluss Shannon, putzige kleine Ortschaften,
bei denen jedes zweite Haus ein Pub zu sein schien, die ersten Celtic
Crosses ... Als wir gegen 13 Uhr unsere Marina
erreichten, waren wir heilfroh! Die Busfahrten blieben mit Abstand die
turbulentesten Reiseabschnitte – was ist schon ein Flug oder eine
Bootsfahrt bei auffrischendem Wind gegen eine irische Busfahrt? Unsere Marina, die „Jolly Mariner
Marina“, wo die „Athlone Cruisers“ stationiert sind, hat ihre
Glanzzeiten ganz offensichtlich hinter sich – Durch das Shannon-Forum
waren wir ja schon darauf vorbereitet. Die Leute an der Rezeption waren
allerdings sehr nett und kümmerten sich sofort um all die neu
angekommenen Urlauber, obwohl es ja noch einige Stunden bis zum
eigentlichen Bootsübergabe-Termin waren.
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